Antwort des WDR auf Lobbyismusmail

von Christian Pankauke

auf die Schnelle (Edit inzw. etwas edit., die Mailadressen + meine Adressdaten waren noch drin, peinlich) meine Mail auf die Antwort der Publikumsstelle des WDR, es gibt noch Hoffnung auf nicht gleichgeschaltete Medien *CVC freut sich*

@WDR: Wenn Sie etwas gegen die Veröffentlichung ihrer Mail haben, kontaktieren Sie mich bitte, bevor Sie mich abmahnen, schließlich haben Sie meine Kontaktdaten 😉 (Edit: hat sich erledigt, die Veröffentlichung ist wohl ok)

Ich verlinke der Einfachheit meine Mail vom 6.05. an den WDR, auf die sich die u.g. AW bezieht.

CVC wrote:

—————————————————————————————————————–

Sehr geehrte Frau …, (Edit: von der WDR-Publikumsstelle)

ihre ausführliche und differenzierte Email hat mich sehr gefreut.

Keine Bange, ich werde Ihnen als kritisch hinterfragender Zuschauer/-hörer erhalten bleiben. Ihre objektive Berichterstattung habe ich in meinem seit ca. 2,5 Wochen existierenden Blog und Rundmails zum Thema Internetzensur sogar mehrfach gelobt.

Seit mehreren Tagen bin ich auch beim AK-Zensur aktiv:
http://ak-zensur.de/ueber-uns/

Derzeit sind wir aber ziemlich am Rotieren, weil wir den bundesweit stattfindenden morgigen „Smartmob für Informationsfreiheit“ vorbereiten:
http://www.tagesspiegel.de/berlin/Stadtleben-Internetsperre-Mogis-von-der-Leyen-zu-Guttenberg-Petition;art125,2804025

Ich rate Ihnen, diese Veranstaltungen im Auge zu behalten. Afaik ist in Köln in Zusammenarbeit mit dem SIGINT auch eine größere Aktion geplant. Die Themen des SIGINT dürften ihnen sicherlich Stoff für einige spannende Reportagen liefern:
http://sigint.ccc.de/sigint/2009/Fahrplan/speakers.en.html

Beim Lesen dieser Themen kam mir auch der Gedanke, dass sich die verschiedenen gesellschaftskritischen Organisationen in Dtl. miteinander vernetzen sollten, schließlich haben wir oft ähnl. Interessen. Dazu telefonierte ich Mittwoch z.B. mit Vertretern von Attac-Ortsverbänden und diese waren von dieser Idee teilw. recht angetan. Genaueres könne aber nur der Bundesvorstand entscheiden. Dort erreichte ich jedoch heute morgen leider niemanden, da sich derzeit alle auf der Aktionsakademie in Köln befinden:
http://www.attac.de/aktuell/aktionsakademie/startseite/

Diese Aktionsakademie war auch das ursprüngl. Ziel meines Anrufs, da ich bei der Organisation d. Smartmobs in Köln mitwirke (Edit: mitwirken wollte …) und mögliche Mitstreiter suchte … Zu diesem Zweck habe ich mich z.B. auch an Campact.de oder das Greenpeace-Bundesbüro in Hamburg gewandt:
http://www.greenpeace.de/redaktionelle_verweise/impressum/

Wenn sie wollen, forwarde ich Ihnen gerne Kopien meiner Mails.

Es trifft sich auch gut, dass derzeit der DEKT in Bremen ist, dort treffen sich viele junge polit. interess. Menschen. Beim Ausprobieren meines seit gestern existierenden Twitter-Profils
http://twitter.com/Compiversteher
ist mir die Idee gekommen, eine junge, ebenfalls twitternde Kirchentagsreporterin zu adden. Das könnte ein Grund sein, dass ich seit heute morgen schon 78 Follower (Edit: in dieser min schon 81) habe …

Eigentlich wollte ich Sie nur fragen, ob ich Ihre Antwortmail in meinem Blog ganz zitieren und evtl. auch an Freunde, Bekannte, AK-Zensur, Greenpeace, Attac, usw. forwarden darf.
https://computerversteher.wordpress.com/2009/05/06/lobbyismus-durch-innocence-in-danger/

MIt freundl. Grüßen aus Westfalen,

Dipl.-Ing. E-Technik Christian Pankauke

___________________________

(Edit: Oops, meine Adressdaten usw. sollten hier nicht stehen, das kommt von der Hektik + tagelangen Übermüdung)

——– Original-Nachricht ——–
> Datum: Wed, 20 May 2009 10:44:44 +0200
(Edit: <snip> @Mailadr. wg. Spambots)
> Betreff: Ihre E-Mail vom 06.05.2009

> Sehr geehrter Herr Pankauke,
>
> vielen Dank für Ihre E-Mail vom 06.05.2009.
>
> Die Internet-Redaktion des WDR hat ein am 17.04.2009 veröffentlichtes
> Interview mit Julia von Weiler geführt, in dem es in erster Linie um das
> Ausmaß an Kinderpornografie und deren Folgen für die Opfer ging:
> http://www.wdr.de/themen/computer/2/kinderpornografie/090417.jhtml
> Es wird darin erwähnt, dass Frau von Weiler die Pläne der
> Bundesregierung begrüßt, Internet-Seiten mit kinderpornografischem
> Inhalt zu sperren. Weitere Details über die Hintergründe des von Frau
> von Weiler geführten Vereins werden im Begleittext in der Tat nicht
> genannt, weil es in diesem Falle vor allem um ihre Expertise zu den
> Folgen von Kinderpornografie ging. Daher wird vor allem die
> Vorgeschichte von Frau von Weiler geschildert und nicht die Hintergründe
> der mit ihr zusammen arbeitenden Personen. Via Verlinkung sind aber in
> besagtem Interview-Beitrag weitere Berichte zum Thema Kinderpornografie,
> Seitensperren etc. zu finden, in denen andere Meinungen dargelegt
> werden, wie z. B. von Markus Linnemann, Geschäftsführer des Instituts
> für Internet-Sicherheit an der Fachhochschule Gelsenkirchen oder dem
> Verband der deutschen Internetwirtschaft in Köln. Auch im Blog unseres
> Computer-Experten Jörg Schieb wird die von Ministerin von der Leyen
> gewünschte Sperre kritisch beurteilt. Darüber hinaus äußern sich
> zahlreiche User in ihren Kommentaren kritisch und umsichtig und ergänzen
> so die Berichterstattung.
>
> Zu Ihrer Kritik an „Westpol“ ist es sicher richtig, dass sich
> grundsätzlich über Eignung und Qualität von Experten diskutieren
> lässt. Wen die einen für einen renommierten Fachmann halten, der ist
> für die anderen möglicherweise ein voreingenommener Parteigänger. In
> diesem Fall ist der Autor über das Kinderhilfswerk der Vereinten
> Nationen, Unicef, an Frau von Weiler gelangt. Was das von Ihnen explizit
> angesprochene Verständnis technischer Fragen anlangt, gibt es natürlich
> auch andere Expertinnen und Experten. Die Passage über die im Ausland
> stehenden Server gehen daher auch nicht auf Informationen von Frau von
> Weiler zurück, sondern auf ausführliche Gespräche mit dem
> Bundeskriminalamt.
>
> Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass WDR 2 sich in
> unterschiedlicher Weise dem Thema gewidmet hat. Neben dem Gespräch mit
> dem Kinderschutzbund wurde die aktuelle politische Debatte zu diesem
> Thema gespiegelt (inkl. der Kritik an dem Vorgehen) und ein Kommentar
> dazu gesendet, warum die „Hardcore Szene“ sich auch weiterhin über
> andere Wege Medien mit kinderpornographischem Inhalt besorgen wird.
> Darüber hinaus wurde die Sinnhaftigkeit der Websperre grundsätzlich
> in Frage gestellt. Im Anhang können Sie ein Gespräch mit unserer
> Technikredaktion aus dem „WDR 2-Mittagsmagazin“ vom 16.04.2009 hören,
> das einige Ihrer Kritikpunkte aufgreift.
>
> Ich würde mich freuen, wenn Sie aufgrund der Schilderung Ihre Vorwürfe
> noch einmal überdenken würden und uns auch in Zukunft als kritischer
> Zuschauer gewogen bleiben.
>
> Mit freundlichen Grüßen
> …
>
> Westdeutscher Rundfunk Köln
> Publikumsstelle – Intendanz
> 50600 Köln
> Tel.: 0221/220-2118, -2478
> Fax: 0221/220-9546
> http://www.wdr.de

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Antwort des WDR auf Lobbyismusmail

  1. Hallo Christian,

    zu der Idee, dass sich Gruppen (im Internet?) vernetzen sollten: Aus dieser Motivation gab es am Samstag auf dem Kirchentag ein BarCamp, um schon einmal in kirchennahen Gruppen für diese Idee zu werben.

    Wir hoffen, dass das BarCamp ein guter Versuchsballon war, um das Thema Internet auf dem kommenden ökumenischen Kirchentag in München ins offizielle Kirchentagsprogramm zu bringen.

    Konkret fände ich es toll, wenn sich folgende Dinge entwickeln würden:

    – Mehr Wikis! Jede große Organisation (ATTAC, Greenpeace, BUND, CVJM, …) sollte ein großes Wiki haben, das die Lokalgruppen zur Organisation nutzen können.

    – Offene Social Networks: Nicht Xing, wo ich eingeschlossen bin, sondern ein Netzwerk getragen von einer freien Organisation, dass mir jederzeit erlaubt, meine Daten auch wieder mitzunehmen. In dem Netzwerk kann ich dann spontan für aktuelle Themen Mitstreiter suchen und Gruppen bilden.

    Freue mich auf unser Treffen irgendwann!

    • Hallo Thomas,

      vielen Dank für deine Antwort und die vielen guten Vorschläge.

      Ich habe gerade mal einen Blick auf dein Blog geworfen, du hast den Beitrag verfasst, den ich schon längst schreiben wollte, aber wegen meiner anderen Aktivitäten nicht dazu kam. Lesebefehl @all:
      http://www.koch.ro/blog/index.php?/archives/117-Deutsche-Kinderhilfe-ist-reiner-Lobbyverband-der-Rechten.html

      Zu den einzelnen Vorschlägen, für die Vernetzung bietet sich natürl. das Web an. Meine Erfahrungen mit Twitter haben mir gezeigt, dass man dort einfach und unkompliziert Leute kontaktieren und Informationen austauschen kann. Außerdem steigert häufiges Twittern afaik als positiver Nebemeffekt noch den PageRank des eigenen Blogs, Website, HP … 😉

      Interessant ist auch die Follow-Funktion, man kann z.B. dazu aufrufen, bestimmte Personen o. Gruppen zu unterstützen, so wie ich es vorhin getan habe. Ich bin mal gespannt, ob TSG und der Vorwärts jetzt ein paar Supporter mehr bekommen haben. 😉

      Wenn es so läuft, wie ich mir das wünsche, geht es in die Tausende. Das dürfte auch die Emailausdrucker in den Parteien überzeugen. Außerdem gibt es bei Twitter die sinnvolle Möglichkeit täglich seine Stimme abzugeben. Wenn die CDU, die dort afaik bei knapp 40% liegt, dann auf einmal unter 10 % fällt, weil die Emailausdrucker das Netz nicht richtig nutzen können, wird es interessant …

      Letzte Nacht, die im Übrigen sehr ereignisreich war, ist mir eine imho gute Idee für einen Slogan gekommen: TRARA: We are the net- democrats and NGOs of the world unite in Twitter → the net fights for the freedom of information against the conservative flashback.

      Barack Obama hat afaik auf Twitter > 1.200.000 Fans. Hochgerechnet auf Dtl. sollten wir also locker auf einige 100.000 Followers kommen. Mit weltweiter Vernetzung sogar noch mehr. Deshalb ist die engl. Sprache dort auch so wichtig. Ich hatte als Compiversteher jemanden aus Amerika als Follower. der hatte mehr als 200 k Fans … → Lawineneffekt

      BackToTopic: Das BarCamp war eine sehr gute Idee, ich für meinen Teil würde euch jedenfalls dabei unterstützen und ich hoffe auch einige der echten Cracks. Mein Nick „besserwissender Computerversteher“ ist auch etwas selbstironisch gemeint 😉

      Wikis sind eine tolle Sache, wir haben sie ja z.B. für die Organisation des Smartmobs benutzt. Offene Social Networks sind ebenfalls nicht schlecht. Ist Twitter nicht auch so etwas Ähnliches? SpOn zum Twittern.

      Jedenfalls vielen Dank für die Anregungen man sieht oder liest sich bestimmt 😉

      Chris

  2. Bei uns wurde das Aspekt der Zensur ebenfalls angesprochen und die ersten Kommentare (auch von außerhalb D) sind da:
    http://www.scholar-online.eu/viewpage.php?page_id=47&c_start=70#c2153

    Manchmal ist ein soziales Thema nur ein Vorwand für eigene Politik, was bereits geschrieben worden ist.

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